Unsere Prinzipien

Religio

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Wir sind Christen, die sich trotz eines religionskritisch geprägten Umfeldes of­fen zum katholischen Glauben bekennen. Read More
Amicitia

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Wir bilden den Rahmen für fach- und generationsübergreifende Freundschaf­ten, die über den Studienabschluß und das Read More
Scientia

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Als zukünftige Akademiker ver­suchen wir, einander im Studium zu helfen und über den interfakultären Austausch Read More
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Wer sind wir

Wer sind die Niedersachsen?

Studentische Traditionen sind fast genau so alt wie das Studententum und die Universitäten selbst.
Es kursieren viele unterschiedliche Geschichten und Gerüchte über die Bräuche und Gesinnung studentischer Verbindungen an den Hochschulorten. Als Mitglied einer Studentenverbindung ist man häufig argumentativ in die Defensive gedrängt, weil vorschnell Urteile auf Basis von publizierten Teilwahrheiten gefällt werden.
Deswegen möchten wir uns und unsere Verbindung auf den folgenden Seiten kurz vorstellen.

Was zeichnet uns als Studentenverbindung aus?

Als lebendige Gemeinschaft von Studenten und ehemaligen Studierenden gleicher und unterschiedlicher Studienrichtung bieten wir durch unser Verbindungsleben dem Einzelnen die Gelegenheit, seine individuelle Persönlichkeit nicht nur durch das eigene Studium, sondern auch durch neue Kontakte in einer neuen Gemeinschaft zu entwickeln und zu entfalten.
Als äußeres Zeichen unserer Freundschaft und der inneren Verbundenheit tragen wir das grün-rot-schwarze Band.
Das Füreinandereinstehen zeigt sich bei uns in der gegenseitigen Hilfestellung im Bereich des Studiums und des Privatlebens.
Austragen von Mensuren, Trinkzwang oder eine parteipolitische Ausrichtung gehören nicht zu unserem Verständnis von Verbindung.

 

 

Wetterpaten der KDStV Niedersachsen anlässlich des 100. Jubiläums 2020

Die Katholische Deutsche Studentenverbindung Niedersachsen gedenkt mit der Übernahme von fünf „Wetterpatenschaften“ ihren etwa 200 verstorbenen Mitgliedern in den letzten 100 Jahren. Diese Auswahl konnte wegen der Begrenztheit der Buchstaben für Patenschaften und der gewünschten Nähe zum 100. Stiftungsfest nicht vollständig sein. Viele weitere hätten es verdient, hier aufgezählt zu werden. Ab Ende März/Anfang April 2020 werden unsere fünf Wetterhochs die Vornamen Max, Odilo, Paul, Rolf und Winfried tragen. Falls Ende Mai eines dieser Wetterhochs die Feierlichkeiten begleitet, wäre es eine doppelte Freude. Ihre Namenspaten dürfen wir hier kurz vorstellen.

„Die Freundschaft aber, die sie schufen, in unseren Herzen lebt sie fort.“

Architekt Max Kraus - Gründungsaktiver

MaxKraus Gruedungsaktiver

Max Kraus wurde geboren in Herne, trat sein Studium der Architektur zum WiSe 1919 in Braunschweig an, trotz Studienortes Braunschweig wurde er am 18. Oktober 1919 bei AV Frisia Hannover Neumitglied und trat zweimal die Woche den beschwerlichen Weg nach Hannover und zurück an.

Er war einer von denen, die maßgeblichen Anteil an der Gründung der Akademischen Verbindung Niedersachsen hatte. Er führte zusammen mit dem Alten Herren Dr. med. vet. Andreas Machens die Verhandlungen mit dem Rektor der Technischen Hochschule Braunschweig. Nach ihrem Appell an den zuständigen Minister Rönneburg auf Gründung einer katholischen Studentenverbindung in Braunschweig am 23. Dezember 1919 beschied der Minister dem Rektor der TH am 11. Januar 1920 kurz und bündig die Erlaubnis zur Gründung einer katholischen farbentragender Studentenverbindung an der TH Braunschweig.
Max Kraus gründete am Dienstagabend, den 13. Januar 1920, zusammen mit drei Alten Herren, sechs Cartellbrüdern und zwei Gästen die AV Niedersachsen Braunschweig. Er war Schriftführer im WiSe 1920, Fuxmajor im SoSe 1920.

Nach erfolgreichem Studienabschluss ließ er sich in Herne als Architekt nieder und war von 1952 bis 1959 Philisterconsenior. Als Chefredakteur verantwortete er die erste Niedersachsen-Geschichte zum 50. Jubiläum im SoSe 1970. Er war den Rest seines Lebens vielen der Niedersachsen bundesbrüderlich verbunden. Er starb am 17. Mai 1978 in Herne.

Pater Odilo Braun - Widerstandskämpfer

Pater Odilo Braun - Widerstandskämpfer

Als siebtes von neun Kindern wurde 1899 in Danzig Leo Stanislaus Braun geboren – „als Grenzland-Deutscher. Das ist für sein Leben mitbestimmend geworden. Er liebte die Frontstellung, weil er wusste, dass sie Verteidigungslinie war. Das durchdringt sein Leben: immer bereit, sich einzusetzen, wenn er Gefahr witterte. Ob Kirche, Heimat oder Orden, ob Verfolgte, Gefangene, Vertriebene oder Flüchtlinge. Pater Odilo hat ihr Schicksal immer im Herzen mitgetragen und es zu wenden versucht. Vor allem in den bösen Tagen der Kirchenverfolgung im Hitlerregime und des Krieges ist er bis an die Grenzen des Menschenmöglichen gegangen.
Sogar das Los der Kerkerhaft hat er tapfer aufgenommen und selbst mitgetragen. So wurde er als Priester und Ordensmann auf seine Weise einer der Großen im Widerstand.“
(aus dem Nachruf des Dominikaner-Konvents „Albertus Magnus“ Braunschweig).

Pater Odilo war 1953 in Berlin bei der Katholischen Akademischen Verbindung Suevia CVer geworden. Als Angehöriger des Braunschweiger Dominikaner-Konvents nahm er Verbindung zu uns Niedersachsen auf, wir nahmen ihn als Bandphilister ehrenhalber in unsere Reihen auf. Aus Anlass seines 100. Geburtstages wurde ihm die Festrede auf unserem 80. Gründungsfest gewidmet:
„Odilo ist vor bald 19 Jahren im Alter von 81 Jahren gestorben. Es läge nahe, mit hohen Worten auszumalen, wie stolz die Verbindung auf diesen Bundesbruder sein kann. ... wir wollen uns freuen, dass Odilo sich bei uns wohlgefühlt hat. Die ihn kannten, werden ihn nicht vergessen.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Odilo_Braun

Die Urkunde über die Patenschaft für das Wetterhoch „Odilo“ werden wir weitergeben an seinen Dominikaner-Konvent „Albertus Magnus“ in Braunschweig.

Prof. Dr.-Ing. Paul Bornemann – Honorarprofessor und Gründer des Lionsclubs Lichterfelde

Prof.Dr.-Ing.PaulBornemann–Honorarprofessor

Paul Bornemann stammte aus dem Sauerland, wo er am 9. März 1930 in Menden geboren wurde. Dort machte er auch sein Abitur. Wir Niedersachsen lernten ihn kennen, als er im SoSe 1950 als Praktikant am Institut für Vermessungskunde der TH Braunschweig arbeitete und ab WiSe 1950/51 Bauingenieurwesen studierte.

Die Verbindung nahm ihn bei ihrem 31. Gründungsfest auf. Für das WiSe 1952/53 wählten wir Paulchen – wie wir ihn fröhlich nannten – zum Schriftführer. Er schloss sein Studium zügig im März 1956 ab. Es folgten zwei Jahre als Statiker bei einer Stahlbaufirma in Dortmund. Dann kehrte er als Assistent an das Institut für Baustoffkunde und Materialprüfung nach Braunschweig zurück, wo er schließlich Oberingenieur wurde und zum Dr.-Ing. promovierte. Mit anderen gleichaltrigen Bundesbrüdern war das für ihn noch einmal eine schöne nachstudentische Zeit. Dazu trug natürlich auch die Heirat mit Frau Ilse-Maria Luedtke bei, sie bekamen zwei Töchter.

1984 setzte Paul Bornemann seinen Berufsweg bei Eternit AG, Berlin, über verschiedene Stationen in Anwendungstechnik und Vertrieb fort, schließlich als Direktor und Sachverständiger für Asbest-Probleme im Bauwesen. Ab WiSe 1979/80 erhielt er einen Lehrauftrag über baulichen Brandschutz an der Universität Essen, die ihn 1986 zum Honorarprofessor machte.

Er engagierte sich im Berliner CV und wurde Bandphilister h.c. bei der Katholischen Akademischen Verbindung Suevia. Wie wir erfuhren, hat Paul fast ein Jahrzehnt seiner Gemeinde „Heilige Familie“ in Berlin-Lichterfelde im Kirchenvorstand gedient. Als Gründer des Lions-Club in Lichterfelde hat er sich vielfältig für soziale Aufgaben engagiert. Damit war Paul allen Niedersachsen ein Vorbild.
Die Urkunde über die Patenschaft für das Wetterhoch „Paul“ werden wir weitergeben an seine Tochter Petra-Maria Breil geb. Bornemann.

Prof. Dr.-Ing. Rolf Deters – Vorstandsvorsitzender und Honorarprofessor

Prof.Dr. Ing.RolfDeters-Vorstandsvorsitzender

Rolf Deters wurde am 5. Oktober 1933 in Oldenburg/Oldenburg geboren und bestand dort 1954 am Alten Gymnasium das Abitur. Im Sommersemester desselben Jahres begann er mit dem Chemiestudium in Braunschweig und fand schon nach wenigen Wochen den Weg zu den Niedersachsen. Zum Stiftungsfest am 4. Juli 1954 wurde Rolf in die Verbindung aufgenommen. Bevor er nach dem Vorexamen zum WiSe 1956/57 mit zwei weiteren Bundesbrüdern zurTU Karlsruhe wechselte, hatte er die Charge des Seniors bekleidet.

Zur Diplomprüfung kehrte Rolf nach Braunschweig zurück und schloss sie im SoSe 1959 erfolgreich ab. Am Institut für Baustoffkunde und Materialprüfung wurde er sodann wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent. Während dieser Zeit verfasste er eine Promotionsschrift und promovierte Ende 1962 zum – für einen Chemiker eher ungewöhnlichen – Dr.-Ing.. Im Institut für Baustoffkunde lernte er auch seine spätere Frau Brigitte kennen.
Im August 1963 trat Rolf in die Dienste der Teerbau Gesellschaft für Straßenbau, Essen und übernahm dort die Leitung des Zentrallaboratoriums. Nach verschiedenen weiteren Stationen innerhalb des Unternehmens wurde er 1973 zum Geschäftsführer und 1990 zum Vorsitzenden in der Geschäftsführung bestellt. Eine Vielzahl von Teerbau-Entwicklungen und –Entscheidungen trägt die „Handschrift“ von Rolf Deters, besonders auch im Hinblick auf die unternehmerischen Herausforderungen nach der Wiedervereinigung.

Sein Wissen und seine Erfahrung stellte Rolf ehrenamtlich vielen technisch-wissenschaftlichen Verbänden und Gesellschaften zur Verfügung wie zum Beispiel der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, dem Deutschen Asphaltverband und dem Deutschen Asphaltinstitut, wo er im Vorstand und als Präsident wirkte. Ein besonderes Anliegen unseres Bundesbruders war die Förderung und Ausbildung junger Menschen, so dass er 1973 einen Lehrauftrag am Institut für Straßenwesen der TU Braunschweig erhielt und 1980 zum Honorarprofessor bestellt wurde.
In der Altherrenschaft hat Rolf über viele Jahre Verantwortung übernommen, zunächst als Philisterschriftwart, dann von 1983 bis 1987 als Philistersenior und Heimvereinsvorsitzender.
Rolf starb nach langer, tückischer Krankheit am 22. März 2012 in Essen. Er bleibt in unserer Erinnerung als ein überaus engagierter und immer hilfsbereiter Bundesbruder, der mit seiner klaren aber verbindlichen Art der Verbindung in mancher schwierigen Lage geholfen hat.

Die Urkunde über die Patenschaft für das Wetterhoch „Rolf“ werden wir weitergeben an seine Frau Brigitte und seinen Sohn Henning Deters.

Prof. Dr.-Ing. Winfried Buschulte – Honorarprofessor und Raketenforscher

Prof.Dr. Ing.WinfriedBuschulte-Raketenforscher

Winfried Buschulte wurde am 10. August 1929 in Hamm geboren. Seine Schulzeit in Hamm wurde infolge kriegsbedingter Ereignisse und Tätigkeit in einer Autowerkstatt unterbrochen, so dass er erst Anfang 1951 seine Reifeprüfung ablegen konnte. Nach dem erforderlichen Praktikum begann Winfried Buschulte im WiSe 1951/52 an der TH Braunschweig das Studium des Maschinenbaus, später mit dem Schwerpunkt Thermodynamik/Strömungsmechanik.

Winfried fand den Weg zu uns Niedersachsen und wurde auf der Semesterschlusskneipe am 23. Februar 1952 aufgenommen. Für das WiSe 53/54 wählten wir ihn zum Senior und für das SoSe 55 zum Fuxmajor. Später als Alter Herr übernahm er für zwei Jahre das Amt des Philisterconseniors.

Nach Abschluss seines Studiums in Braunschweig 1956 absolvierte Winfried ein Postgraduierten-Studium „Lenkflugkörpertechnik“ am College of Aeronautics in Cranfield/England und wurde dann Mitarbeiter bei der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt.

1959 heiratete er Edith Deters; sie haben drei Söhne, von denen der älteste, Thomas, ebenfalls unser Bundesbruder ist.

Winfrieds Arbeiten befassten sich mit der Verfahrenstechnik von Verbrennungsanlagen. Er erhielt 1966 den „Johann-Maria-Boykow-Preis“ für seine wissenschaftlichen Leistungen. Bekannt wurde Winfried Buschulte durch die Entwicklung des „Raketenbrenners“ für Hausheizungen. Seit 1966 war er Lehrbeauftragter für Raketenflugkörper an der TU Braunschweig, wurde 1973 zum Dr.-Ing. promoviert und drei Jahre später zum Honorarprofessor ernannt. Für diese Lehrtätigkeit wurde er 1988 mit dem „Technologie-Transfer-Preis“ durch das Bundesforschungsministerium geehrt.

Winfried Buschulte bleibt uns Niedersachsen als lieber Genosse froher Stunden in Erinnerung. Seinen Lebensabend verdunkelte eine schleichende schlimme Krankheit, von der der Herrgott ihn am 17. Januar 2010 erlöst hat.
Die Urkunde über die Patenschaft für das Wetterhoch „Winfried“ werden wir weitergeben an seinen Sohn Bundesbruder Dr. Thomas Buschulte.

Unsere Verbindungsgeschichte

Damals, nach dem Ersten Weltkrieg, 1920, gründeten junge Studenten in Braunschweig gegen mancherlei Widerstände die erste nichtschlagende, aber farbentragende Korporation: die "Akademische Verbindung Niedersachsen" im CV. Gewiß, damals trug man noch Stehkragen, aber das tat einem frohen Freundeskreis mit den Grundsätzen "Religion, Wissenschaft und Freundschaft" keinen Abbruch. Man plante gemeinsame Freizeit und half sich beim Studium an einer Technischen Hochschule, die zwischen den Kriegen nie mehr als 1200 Studenten hatte, meist erheblich weniger. Für zwanzig Korporationen eine schmale Basis. Aber erst als Ende der 20er Jahre der Nationalsozialismus in die Studentenschaft eindrang, auch in die Korporationen, kam der Niedergang. Als katholische Verbindung, bestärkt durch die reservierte Haltung ihrer Kirche, machte zwar die "neue Zeit" nur geringen Eindruck auf "Niedersachsen", Widerstand regte sich jedoch auch nicht. Nach Hitlers Machtübernahme gelang es nicht mehr, Bundesbrüder zu werben. 1935 erlosch die Verbindung, zehn Jahre später versank das Dritte Reich in Schutt und Asche.

An ein Wiedererstehen der alten Korporationen glaubte niemand mehr. Und doch. Junge Leute aus der Kath. Studentengemeinschaft Braunschweig waren wieder angetan von der Idee einer Lebensverbindung und gründeten 1948, unterstützt von zunächst nur wenigen Alten Herren, die "Niedersachsen" als Kath. Deutsche Studentenverbindung neu. Im Zuge der religiösen Renaissance nach dem Krieg gedieh die junge Gemeinschaft und überwand in jugendlicher Unbekümmertheit die Armseligkeit der Zeit. Vom Überkommenen übernahmen die Jungen das, was ihnen wesentlich erschien: Die Regeln des Zusammenlebens und bei ihren Zusammenkünften das Farbentragen als Zeichen innerer Verbundenheit. Alte Zöpfe wie Trinkzwang oder "Standesehre" blieben abgeschnitten. Mit der Besserung der Lebensverhältnisse wuchs auch wieder der Kontakt zu Verbindungen des Cartellverbandes (CV) an anderen Universitäten; Studienplatzwechsler wurden Mitglieder bei "Niedersachsen" und umgekehrt.

1965 ging ein alter Traum in Erfüllung: Zusammen mit der Akad. Turnverbindung "Saxonia" bezog "Niedersachsen" ein eigenes Haus. Aber als wenn äußeres Wohlergehen eine Wende ankündigte, im Gefolge der "Studentenrevolte" von 1968, kam es zur Krise. Studenten der "Neuen Linken" gewannen in der Verbindung die Oberhand, bei der radikalen Verfolgung politischer Utopien blieb die bundesbrüderliche Freundschaft auf der Strecke. Nur unter Aufbietung aller gutwilligen Kräfte gelang es schließlich, die wirren Ideologen wieder aus der Verbindung zu drängen. Ein schwieriger Wiederaufbau folgte.

Das Unwetter war vorüber, aber Sturm und Drang in der Aktivitas sind geblieben. Heiß wurde im Lichte der Ökumene über die Beibehaltung des "Katholizitätsprinzips" diskutiert. Schon einmal, zu Beginn des Dritten Reiches, war die "konfessionelle Begrenzung" - zwangsweise - aufgegeben worden. Bei aller Achtung ihrer evangelischen Mitchristen blieb die Verbindung aus Gründen der inneren Geschlossenheit nun ihrem Grundsatz treu. Bei einem anderen Thema der Zeit erreichten die Wogen des Engagements - wie sollte es anders sein - Spitzenwerte: Frauen in der Verbindung. Sie sind zwar längst überall dabei, ausgenommen die Convente. Aber hier ging es um die volle Mitgliedschaft und Couleur. Schweren Herzens fügte man sich doch den Realitäten: Das war in Verbindung und Cartellverband aus vielerlei Gründen nicht durchzusetzen.

Hier und in ihrer ganzen Geschichte zeigt sich das Wesen einer traditionellen Verbindung im Vergleich mit vielen ungebundenen studentischen Vereinigungen, die kommen und gehen. Drei Generationen in einer lebenslangen Gemeinschaft, die Ältesten noch im Kaiserreich geboren. Sie alle waren einmal Studenten an derselben Carolo-Wilhelmina, im selben Braunschweig. Sie alle trugen einmal das Leben der Verbindung. Vieles hat sich seit den Anfängen geändert, und manches wird noch anders werden, aber die Grundsätze der Gründer werden bleiben, nämlich die Freundschaft im Bund auf der Grundlage gemeinsamen Glaubens und geistiger Bildung.

Wonach wir leben...

Obwohl wir anderen Meinungen immer offen gegenüber stehen, haben sich drei Grundsätze bewährt, die das Leben in unserer Verbindung prägen und gerade für eine moderne Gesellschaft von großer Wichtigkeit sind.

1. Religio
Wir sind Christen, die sich trotz eines religionskritisch geprägten Umfeldes of­fen zum katholischen Glauben bekennen. Unser Glaube ist lebendiger Bestandteil des Verbin­dungslebens und findet seine Umsetzung im täglichen Umgang, in gemeinsamen Gottes­dienstbesuchen, in Vorträgen, Gesprächen und im kritischen Auseinandersetzen mit Glaubensfragen.

2. Scientia
Als zukünftige Akademiker ver­suchen wir, einander im Studium zu helfen und über den interfakultären Austausch der einzelnen Studienrichtungen an Weitblick und Umsicht zu gewinnen. Interessante Vorträge, die wir besuchen oder selber veranstalten, tragen zur Erweiterung unseres Allgemeinwissens bei und sind immer wieder Anlass zu Dis­kussionen, die neue Denkanstöße geben.
Die Unabhängigkeit der Wissenschaft und Lehre gegenüber politischen und ideo­logischen Strömungen ist unantastbar.
Wir befürworten Bestrebungen zur Schaffung freiheitlicher und gerechter Lebensbedingungen und zur Verständigung der Menschen und Völker untereinander.

3. Amicitia
Wir bilden den Rahmen für fach- und generationsübergreifende Freundschaf­ten, die über den Studienabschluß und das Berufsleben hinaus gepflegt  wer­den. Eine wesentliche Grundlage für Freundschaft sehen wir im gegenseitigen achtungsvol­len Umgang.

Unser Wappen

WappenDas Wappen zeigt einen halbrunden, gevierteten Schild. Das (heraldisch) rechte Obereck stellt auf grünem Grund den Löwen Herzog Heinrichs dar als Symbol der Stadt Braunschweig und ihrer einstigen Macht. Das linke Obereck zeigt das weiße Sachsenroß auf rotem Grund, das dem Sigillum Collegii Carolini, der späteren Technischen Universität, entstammt. Im rechten Untereck befinden sich, rechts geschrägt, die Verbindungsfarben grün-rot-schwarz, und im linken Untereck steht die Eule mit Zirkel auf grünem Grund für die Ingenieurwissenschaften. Belegt ist der Schild mit einem schmalen weißen Malteserkreuz als Hinweis auf eine katholische Verbindung. Der weiße Herzschild mit dem schwarzen Zirkel ist das studentische Zeichen der Verbindung. Auf dem Schild ruht ein Spangenhelm mit Halskleinod und mit drei Straußenfedern als Helmzier in grüner Farbe. Die üppig ausgeschnittene Helmdecke ist auf der inneren Seite rot, auf der äußeren schwarz.

Unser Zirkel

ZirkelIm Zirkel sind mehrere Buchstaben verschnörkelt zusammengesetzt, ähnlich wie man es beim &-Zeichen findet (lat. et). Er ist für jede Verbindung einzigartig, er beinhaltet bei uns die Buchstaben V, F und C für die Anfänge des Satzes "vivant fratres coniuncti" (Es leben die vereinten Brüder!), ebenso wie den ersten Buchstaben des Verbindungsnamens, also N. Desweiteren natürlich auch die Abkürzung unseres Dachverbandes CV. Die Buchstaben v, c und f verkörpern ebenso den Wunsch nach einer Verbindung, die lebt, wächst und blüht (vivat, crescat, floreat). 

Unser Dachverband - der CV

Die KDStV Niedersachsen gehört seit ihrer Gründung dem Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) an.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann das Bekenntnis zum katholischen Glauben im überwiegend protestantischen beherrschten deutschen Raum nach der Säkularisierung zu erstarken. Damit gründeten sich an mehreren Universitäten katholische Verbindungen, die die Mensur aus Glaubensgründen ablehnten. Dadurch grenzten sie sich vom Großteil der bestehenden Korporationen ab, was eigene überregionale Zusammenschlüsse förderte. In die gleiche Zeit fällt die Entstehung der Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands (1848), dem heutigen Deutschen Katholikentag. Die älteste CV-Verbindung, die Bavaria Bonn, stammt aus dem Jahre 1844.

Heute ist der CV mit über 27.000 Mitgliedern der mitgliederstärkste alleinstehende studentische Zusammenschluß in Europa, darunter sind Verbindungen in Polen, Italien und der Schweiz. Befreundete Verbindungen sind in Belgien, Frankreich, Ungarn und Japan zu finden. Die Mitgliedsbünde des CV nennen sich Verbindungen und tragen Farben.

Bekannte Mitglieder des CV sind bzw. waren:

Papst Benedikt XVI, Pater Rupert Mayer S.J., Johannes-J. Kardinal Degenhardt, Erzbischof Johannes Dyba, der ehem. Reichskanzler Hermann Brüning, Franz-Josef Strauß, Rainer Barzel, Richard Stücklen, Seine Kgl. Hoheit Friedrich Wilhelm Fürst von Hohenzollern, Otto von Habsburg, Klaus Kinkel, Philipp Jenninger, Friedrich Merz und Thomas Gottschalk.

Ein junges bekanntes Miglied ist der ehemalige Nationalspieler Christoph Metzelder. Im Juni 07 hat die Süddeutsche Zeitung ein Interview über seine Mitgliedschaft veröffentlicht.

Zwischen den Mitgliedern des CV existiert eine enge Verbundenheit über die Mitglieder der eigenen Verbindung hinaus. Dies findet beispielsweise Ausdruck darin, daß allgemein in der Anrede zwischen den CVern das "Du" gilt. Da an nahezu jedem Hochschulort eine CV-Korporation zu finden ist, kann man bei Reisen dort immer mit einer freudigen Aufnahme und einer Übernachtungsmöglichkeit rechnen

Der Europäische Kartellverband

Im europäischen Rahmen haben sich einzelne Verbindungen und insgesamt 16 Dachverbände (darunter sowohl Studenten- als auch Schülerverbindungen) mit mehr als 120.000 Mitgliedern zum Europäischen Kartellverband Christlicher Studentenverbände (EKV) zusammengeschlossen, der als beratende Non-Governmental-Organization (NGO) am Europa-Rat eine beratende Stimme hat. Der EKV möchte im europäischen Rahmen die Ziele seiner Mitglieder fördern und dabei das Zusammenwachsen zu einem geeinten, christlichen Europa unterstützen.

Infos zu Studentenverbindungen

Zunächst einmal muß man feststellen, daß es die eine Verbindung nicht gibt, die einzelnen Verbindungen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Typischerweise sind Studentenverbindungen die Zusammenschlüsse von Studenten und ehemaligen Studenten, die gemeinsam gewisse Ziele (Prinzipien) verfolgen. Allen gemeinsam ist der Gedanke, daß im Studium geschlossene Freundschaften auch über das Studienende hinaus halten.

Die Ziele können das gemeinsame Sporttreiben, Musizieren, die Verbesserung der hochschul- und politischen Bildung oder auch - wie bei uns - das freundschaftlich-fröhliche zusammen Studieren mit christlicher Prägung.
Normalerweise beginnt die Mitgliedschaft als junger Student mit einer Probezeit, in der das neue Mitglied die Gemeinschaft kennenlernt und umgekehrt. Nach dieser Probezeit, etwa nach einem Jahr, fällt die Entscheidung auf dauerhafte Mitgliedschaft, die in der Regel ein Leben lang hält. Beendet man sein Studium, so gelingt es durch die Organisation und Struktur der Verbindungen, den Kontakt zu halten.

Ein Großteil der Verbindungen nimmt ausschließlich männliche Mitglieder auf, vergleichsweise wenige sind gemischt, und noch weniger bestehen nur aus Damen.

Ein Teil der Korporationen fordert von ihren Mitgliedern ein besonderes Zeichen der Verbundenheit, die Mensur. Dies studentische Fechten diente früher zur Austragung von Ehrenstreitigkeiten, heute ist sie häufig als besonderes Bekenntnis zur Verbindung zu verstehen. Wir lehnen die Mensur als Vorstufe des Duells ab.

Nicht wenige Verbindungen sind konfessionell oder allgemein christlich ausgerichtet, ihre Mitglieder bekennen sich mit und in der Verbindung zu ihrem Glauben.

Viele Korporationen haben sich in eigenen Dachverbänden zusammengeschlossen. So unterschiedlich die Verbindungen sind, so verschieden sind auch die Dachverbände.